Mahnwache zu Fukushima am 25. Jahrestag des Super-GAUs von Tschernobyl

Am Dienstag, den 26. April, findet ab 18:00 Uhr eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer von Tschernobyl und gegen die Nutzung der Kernenergie statt. Die Piratenpartei, Bündnis 90/Die Grünen und die Linksjugend der Stadt Brandenburg an der Havel fordern alle Bürger zur Teilnahme an der Mahnwache auf. Wir wollen gemeinsam ein Zeichen gegen die unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung und der Regierungen anderer Länder setzen. Treffpunkt ist um 18:00 Uhr vor dem Kundencenter der Stadtwerke Brandenburg (STWB) in der Hauptstraße.

Am 26. April 1986 um 1:23 Uhr passierte in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl, nahe der ukrainischen Stadt Prypjat, das was „verantwortungsbewusste“ Politiker und „Atom-Experten“ für ein nahezu unmögliches Ereignis hielten: das heute sogenannte „Restrisiko“, der atomare Super-GAU. Das Ergebnis waren tausende Tote im heutigen Weißrussland, der Ukraine und Russland. Dazu kamen Spätfolgen wie Krebs, Fehlgeburten, Missbildungen bei Neugeborenen und unbewohnbare Gebiete. Was damals als „Einzelfall“ bezeichnet und auf die rückständige UdSSR-Technik geschoben wurde, ist heute wieder lebensbedrohende Realität geworden.

Der Super-GAU von Fukushima, beginnend am 11. März, machte nicht nur deutlich, dass auch Hochtechnologieländer wie Japan das „Restrisiko“ nicht beherrschen, sondern dass das Betreiben von Atomkraftwerken und insbesondere der Umgang mit einer solchen Katastrophe die Menschheit vor unlösbare und existenzbedrohende Aufgaben stellt. Auch in den USA und bei uns in Europa gab es bereits schwere Unfälle, welche deutlich machen, dass diese Technologie gestoppt werden muss, um uns und unsere Erben eine sichere und gesunde Welt zu hinterlassen.

Die Stadtwerke Brandenburg an der Havel beziehen 12-19 % des täglichen Strombedarfs aus Atomstrom von der Leipziger Strombörse: Energie aus deutschen Atomkraftwerken , deren hochstrahlender Abfall auf Kosten der Gesellschaft in Zwischenlagern untergebracht und für den verzweifelt nach einem Endlager gesucht wird, sodass der Atommüll für „tausende“ von Jahren sicher lagern kann. Ein fataler Irrtum, wie wir erst wieder an diesem Wochenende vom Bundesamt für Strahlenschutz erfahren mussten. Im Versuchsendlager „Asse“ wurden nicht nur leicht und mittel radioaktive Stoffe eingelagert, sondern auch hochangereicherte Stoffe, darunter 25kg Plutonium – ein „Endlager“, welches zur Zeit wegen Wassereinbruch absäuft und die Strahlenbelastung einem Super-GAU nahe kommt. Auch wir haben ein Tschernobyl oder ein Fukushima direkt vor der Haustür, welches auf unsere Kosten teuer saniert werden muss, sofern dies überhaupt noch möglich ist.

Wir können als Bürgerinnen und Bürger nicht per Volksbegehren den sofortigen Atomausstieg durchsetzen. Wir können jedoch ein Zeichen setzen, indem wir diese Art der Energiegewinnung ablehnen, andere Stromanbieter wählen und den sofortigen Atomausstieg fordern. Setzen Sie mit uns gemeinsam am kommenden Dienstag ein Zeichen, dass wir in unserer Stadt nicht bereit sind das „Restrisiko“ zu tragen, welches uns die Politik und Großkonzerne aufbürden wollen.